beschäftige mich in letzter zeit umstandsbedingt (praktikum) intensiver mit dem thema tiere essen. ich kann folgenden film empfehlen:
spiegel tv österreich dokumentation "unser schnitzel. zwischen analogfleisch und sprechendem ferkel"
es geht um schweinefleisch, wie der titel schon verrät. wie es an einem konventionellem massenschlachtbetrieb zugeht, wo täglich tausende schweine "verarbeitet" werden, bis zu einem bauern, der auf seinem hof sein eigens aufgezogenes schwein am grill brät. von zuchtmethoden zu analogfleisch aus soja.
hierauf bin ich auch gestoßen:
ein text auf einer tierrechts-website. es berichtet eine veterinärstudentin von ihrem praktikum auf einem großen konventionellen schlachthof. zwar sind die umstände, von denen sie schreibt, alles andere als in ordnung, ich denke dennoch, dass sich für ein so zart besaitetes mädel eine andere praktikumsstelle sicherlich besser geeignet hätte. ohne werten zu wollen, möchte ich warnen, sich nicht von der starken emotionalen färbung (die sich dramaturgisch gut für diese seite eignet) einlullen zu lassen.
es ist nun mal so, dass die nachfrage nach fleisch sehr groß ist. die statistiken erspare ich euch hier.
ich persönlich bin sehr froh, dass meine familie schon lange beschlossen hat, wenn fleisch gekauft wird, dann wollen wir auch wissen, woher es kommt. in dem sinne, dass man weiß, wie mit den tieren umgegangen wird (ethisch vertretbar), was gefüttert wird (bio) und wie die tötung vonstatten geht (für das tier so stressfrei als möglich).
ich bemühe mich, das thema als ganzes nüchtern zu betrachten und verzichte auf bilder, die das ganze auf einer unnötig emotionalen ebene beleuchten würden. je nach intention eines autors bekommt dadurch ein text die gewünschte färbung (wahlweise niedliche ferkel oder schlachtschussapparate etc.).
die meinungsbildung überlasse ich euch selber.
Informativer Bericht (:
AntwortenLöschen"Informativer Bereicht".
AntwortenLöschenIch frage mich ja immer mehr, wie man dazu keine Meinung haben kann.
Die verlinkten Berichte erspare ich mir auch - da ich wohl auch zu den zart Besaiteten gehöre, und die Umstände der Fleischerzeugung in meiner Gefühlswelt schon genug anrichten, da muss ich mir das nicht auch noch tausendmal angucken ._.
Ich bin ja mittlerweile von einem "Ich finde diese missionierenden Vegetarier nervig und kacke" zu einem Extremisten konvertiert - hab das Wegschauen wohl nicht mehr ertragen, und irgendwie lebe ich besser. Für mein Gewissen, natürlich. Nicht, das ich prinzipiell meine, man müsse auf Fleisch verzichten, und sicherlich bin ich auch keiner jener, die sagen, der Mensch ist kein Omnivore - das Gebiss allein ist ja schon Gegenbeweis genug. Aber ich bin durchaus der Meinung, dass der Fleischkonsum zurück gehen muss. Allein schon der Verschwendung wegen - nicht etwa jenes Fleisch, welches unkonsumiert entsorgt wird, sondern der Verschwendung der Energien - wie war das? Ein Bruchteil der einem Vieh zugeführten Energie wird überhaupt in verwertbares Fleisch, Eier, Milch umgewandelt. Und um ehrlich zu sein, es ist erschreckend, wie wenig weniger Fleisch konsumiert werden müsste, um über eine Millionen Menschen mit Getreide versorgen zu können - welches ja ans Schlachtvieh verfüttert wird.
Was für ein Praktikum machst du?
kann ich total unterschreiben, ich finde zumindest ein bisschen darüber nachdenken, was man sich so in den mund schiebt, schadet nie. im besten fall informiert man sich darüber, was für einen effekt man mit der so entstehenden nachfrage erzeugt.
Löschenseit einigen jahren esse ich fleisch/wurst nicht mehr aus gewohnheit, sondern sehr bewusst und dadurch eher selten.
ich habe den text deshalb so nüchtern gehalten, weil ich keinen missionarischen eindruck erwecken möchte, trotzdem ist es mir ein anliegen, darüber zu informieren, was täglich passiert. werde ich konkret nach meiner meinung gefragt, kommt dabei etwas sehr ähnliches zu deiner stellungnahme heraus ;)
ich mache ein praktikum in einem biofleischbetrieb, ich sehe provokant gesagt tagtäglich, wie tiere zu wurst werden.
Ich glaube ich schaue es mir lieber gar nicht erst an :(
AntwortenLöschenkanns mir schon vorstellen...
Esse persönlich sehr wenig Fleisch, aber ich glaube nicht
das dfür weniger Tiere geschlachtet werden. Vielleicht wenn es eine Millionen Menschen machen.
Finde das sie artgerecht gahlten werden sollen und dafür bin ich auch bereit mehr zu bezahlen. Solange es eingehalten wird und kein Betrug stattfindet...
Liebe Grüße
Sabrina
so furchtbar ist die doku nicht, sie ist recht neutral gehalten. du kannst ja abschalten, sollte dir etwas zu viel werden. eine "ich will es gar nicht wissen"- einstellung finde ich sehr schade.
Löschenwenn ich nicht daran glauben würde, dass meine taten konsequenzen nach sich ziehen, wäre ich aufgrund akuter sinnfreiheit nicht mehr auf dieser welt. die "million" ist schnell beisammen. dazu fällt mir das sprichwort ein: "viele kleine tropfen füllen ein meer."
Dass das Abschlachten von Tieren zurück geht, kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich finde es klasse, dass du dir Gedanken darum machst.
AntwortenLöschenLiebst
Eva
http://seelenschlacht.blogspot.de/
Von der Vorstellung, dass ein "artgerechte" gehaltenes, biogefüttertes Tier stressfreier stirbt, sollte man sich ganz schnell verabschieden. Egal wie die Tiere gehalten werden, am Ende sterben sie alle in der selben Massenschlachtanlage wie konventionell gehaltene Tiere.
AntwortenLöschenEthisch vertretbare Haltung ist natürlich auslegungssache. Ein Lebewesen einzusperren, zu mästen und zu töten ist in meinen Augen ethisch nicht vertretbar, aber für den Tod eines Lebewesens verantwortlich zu sein, muss man mit sich selbst ausmachen, das ethisch vertretbar zu nennen ist fraglich.
Ob man Bilder von gequälten und misshandelten Tieren nun unter Verschluss halten sollte, weil Menschen sich dann emotional berührt fühlen zeigt doch schon, dass die meisten wissen, dass es falsch ist. Wenn man keine gequälten Tiere sehen will, muss man dafür sorgen, dass die Tierquälerei aufhört, nicht dass die Veröffentlichung endet.
dass bio gehalten und gefütterte tiere in "der selben Massenschlachtanlage wie konventionell gehaltene Tiere" sterben, kann ich zumindest für den betrieb, in dem ich mein praktum absolviere, nicht bestätigen. ich weiß sehr genau wie dort die schlachtung funktioniert: nämlich nicht massenweise, wie behauptet, und von mitarbeitern, die die klare anweisung erhalten, die tiere ruhig und mit der gebotenen würde zu behandeln und schmerzlose tötung sicherzustellen.
Löschenhaltung, fütterung und schlachtung können auch getrennt betrachtet werden.
nochmal mein zitat: "wie mit den tieren umgegangen wird (ethisch vertretbar)". mit ethisch vertretbarer haltung distanziere ich mich im grunde von massentierhaltung. ethische vertretbarkeit ist auslegungssache, wie du richtig sagst - und diese spielt gerade bei haltung und fütterung die größte rolle, da könnte ich mich sehr lange darüber auslassen. (anzahl der tiere/m², futtermittel, medikamente, zu schnell auf das "zielgewicht" füttern=schmerzen, etc etc)
man sollte sich eventuell auch mal vor augen halten, wie das tier dazu kommt: es wird durch künstliche befruchtung hervorgebracht. (das lasse ich jetzt so stehen, die schlussfolgerungen kommen ganz von allein.)
beim letzten punkt liegt ein missverständnis vor: ich bin die letzte, die solche bilder unter verschluss halten will, das internet ist weitläufig und bietet jedem und jeder die gelegenheit, sich diese bilder anzusehen. ich wollte nur hier niemanden dazu zwingen, sie sich zu gemüte zu führen, da meine intention nicht die war, fleischesser anzuprangern oder bekehren zu wollen. da sollte jede/r so weit sein, selbst zu entscheiden, das nehme ich niemandem ab. ich habe darauf hingewiesen, warum ich auf bilder verzichte: weil ich mich der versuchung entziehe, dem text, gerade weil das thema so heikel ist, eine emotionale färbung zu verpassen.
von tierquälerei war hier nirgends die rede - das ist ein anderes kapitel, das zwar leider genug berührungspunkte mit dem thema tierhaltung und schlachtung hat, um bücher zu füllen, aber nicht damit über einen kamm zu scheren ist.