das würde bedeuten, dass ich bereit bin, nach dem bachelor ein halbes jahr in diesem kaff zu verbringen. nach dem aktuellen stand absolut keine option für mich. ich bin - nun wohne ich seit zwei jahren in wien - zur absoluten stadtmenschin geworden. zurück möchte ich nicht mehr. zwei monate im knapp dreitausend einwohner-ort und ich habe die nase gestrichen voll. fühle mich eingesperrt durch die extrem begrenzten möglichkeiten hier. dreißig km in die nächste kleinstadt, und die nur mit dem auto zu bewältigen, außer man ist verzweifelt genug, beziehungsweise hat die zeit, unter der woche frühmorgens um sieben mit dem schulbus mitzufahren. sollte man sich gar in den kopf setzen, modische kleidung kaufen zu wollen, und man besitzt kein auto, dann sind eineinhalb stunden busfahrt nach angesagt, oder man bestellt gleich im internet.
fortgehmöglichkeiten gleich null, außer man möchte sich neben den leuten einreihen, die im ort hängengeblieben sind, und ihre traurige existenz (zum teil nicht nur) freitags und samstags in alkohol zu ertränken versuchen. einmal zu oft erlebt. nein danke. der ekel ist zu groß, mitleid verspüre ich keines mehr. da würde ich mich viel zu sehr fehl am platz fühlen. hätte ihnen nichts zu sagen.
womöglich stellt sich ein/e leser/in die frage: hat die denn keine freunde? klar. aber von dem freundeskreis, den ich hier hatte, habe ich mich getrennt. irgendwann ist mir klar geworden, dass sie mir nicht guttun, und ich ohne sie besser klarkomme.
wien - ich zähl die tage.
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